Nachlassverfahren

 

Wenn Sie viele Gläubiger haben, oder wenn Sie eine Schuldsumme haben, welche Sie nicht in der Lage sind, vollumfänglich zurückzuzahlen, kommt für Sie allenfalls ein gerichtliches Nachlassverfahren in Frage. Das Verfahren ist komplizierter und kostspieliger als eine private Schuldenbereinigung, bietet aber bessere gesetzliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung.

 

Beim gerichtlichen Nachlassverfahren wird Ihnen vom Nachlassrichter eine Stundung von 6 Monaten bewilligt, welche maximal bis auf 12 Monate verlängert werden kann. Es wird ein Sachwalter ernennt, welcher das Verfahren leitet und Sie in der Verhandlung des Sanierungsplanes unterstützt.

 

Konsultieren Sie uns für ein detailliertes, kostenloses Erstberatungsgespräch, in welchem wir Sie ausführlich über das Nachlassverfahren informieren.

 

Da das Nachlassverfahren komplexer ist, als eine private Schuldenbereinigung, ist das Verfahren im Folgenden detailliert erklärt.

 

Bewilligung der Nachlassstundung

 

Das Verfahren beginnt mit einem schriftlichen Gesuch an das zuständige Nachlassgericht. Im Gesuch muss die Vermögens-, Ertrags-, oder Einkommenslage des Schuldner angegeben werden. Desweiteren muss mit dem Gesuch ein provisorischer Sanierungsplan beigelegt werden.

 

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 293

 

Das Gericht kann dann eine provisorische Stundung bewilligen, um die Finanzlage des Schuldners genauer zu klären. Da dies bei Privatpersonen in der Regel nicht geschieht, gehen wir an dieser Stelle nicht detailliert darauf ein.

 

Anschliessend lädt das Gericht den Schuldner zu einer Bewilligungsverhandlung ein, und befragt ihn dort zu seinen finanziellen Verhältnissen. Kommt das Gericht zum Schluss dass eine Aussicht auf eine Sanierung besteht, wird eine Stundung von mindestens 4, höchstens 6 Monaten bewilligt. Auf Antrag kann die Stundung auf 12 Monate verlängert werden. Die Bewilligung der Stundung wird im Amtsblatt veröffentlicht. Besteht keine Aussicht auf eine Sanierung eröffnet das Gericht sofort den Konkurs.

 

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 294

 

Mit Bewilligung der Stundung ernennt das Gericht einen Sachwalter, der mit der Leitung des Verfahrens beauftragt wird. Für diese Aufgabe stellen wir uns regelmässig zur Verfügung.

 

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 295

 

 

Durchführung des Nachlassverfahrens

 

Während der Stundung stehen alle Betreibungen und Pfändungen still. Laufende Zivilprozesse stehen während der Stundung still, ebenso gesetzliche Verjährungs- und Verwirkungsfristen. Der Zinsenlauf hört mit der Bewilligung der Nachlassstundung ebenfalls auf.

 

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 297

 

Der Sachwalter nimmt nach der Stundungsbewilligung ein Inventar des Schuldners auf und veröffentlicht im Amtsblatt einen Schuldenruf, wobei die Gläubiger innert 20 Tagen ihre Forderungen anmelden müssen.

 

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 299

Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Art. 300